Saelde und ere - Kurzbericht

Ritter hautnah - Jedenspeigen
(12.08.2007)

Nach dem tollen Ereignis Kaprun stand mit Jedenspeigen wieder einmal ein Fest auf dem Programm, das man rein privat und somit auch frei von allen Lagerzwängen besuchen wollte. Neugierig, weil man doch schon soviel von diesem Ereignis vernommen hatte und weil es auch der erste Besuch sein sollte, machten wir uns schließlich mit eintägiger Verspätung auf den Weg. Soviel sei vorweggenommen: Der Ausflug hat sich gelohnt ....

Die Ritter der böhmischen Krone zersplitterten mehr als nur eine Lanze ...

Betrachtet was geschehen:

Lagerleben unter dem Schloss Die Herren Ritter präsentieren sich am Turnierplatz ... Das ist der Gute ... ... und das der Böse! ... und jetzt kracht's! Wir präsentieren: Der Sieger! Kann uns bitte jemand sagen, wo's hier zur Ausstellung geht? Danke - schließlich gibt es hier Interessantes zu sehen, wie beispielsweise diese Freskonachbildung! Abend: Ein Turnier klingt aus ...

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Kleiner Zwischenraum

Sonntag, 12. August - Ritter hautnah in Jedenspeigen

Eigentlich sollte der Festbesuch bereits am Samstag stattfinden. Doch der Wettergott zeigte kein Einsehen und so beschlossen wir, auf einen schöneren Sonntag zu hoffen und den Samstag faulenzend ausklingen zu lassen ...
Tatsächlich passte am nächsten Tag das Wetter bis ins Kleinste und nach einer kurzen Fahrt, auf der die landschaftliche Schönheit des Marchfeldes bewundert werden konnte, erreichten wir gegen Mittag Jedenspeigen. Auffallend für uns waren zuallererst die Menschenmassen, die sich durch das weitläufige Gelände wälzten. Von fünfzehn- bis zwanzigtausend Besuchern konnte man hören, die sich an beiden Tagen das Spektakel nicht entgehenlassen wollten. Glücklicherweise war aber der Turnierplatz am Fuße eines abfallenden Feldes aufgebaut; Feld und unzählige Strohballen bildeten somit eine Art Naturarena, die für mehrere tausend Zuseher Platz und freie Sicht bot - beeindruckend!
Beeindruckend waren aber vor allem die Darbietungen der Ritter der böhmischen Krone, welche zu Fuß und zu Pferde mehrere Turniere am Tag durchführten. Bis ins Detail eindrucksvoll choreographiert (Schabernack der Knappen, allerlei Niedlichkeiten jener rivalisierenden Herren untereinander, welche gerade nicht in einem Bewerb involviert waren, usw.) und von einem Herold humorvoll in sehr professioneller Art kommentiert - übrigens in ungewohnter deutscher Zunge ('Jetzt zeigt einmal euren berühmten Jeden-s-peigener Jubel ...') - boten vor allem die Vorführungen zu Pferde eine Qualität, welche der Verfasser dieser Zeilen - und nicht nur er - staunend zur Kenntnis nahm. Dass man nebenbei auch eine liebvoll gestaltete Rahmenhandlung geboten bekam und im Verlaufe des Turniers über den geschichtlichen Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen Rudolf I. von Habsburg und Ottokar II. von Böhmen informiert wurde, vervollständigte nur den überaus positiven Eindruck. Wann schon bekommen Kinder - aber auch Erwachsene - einen derartig anschaulichen und interessanten Geschichtsunterricht geboten. Im Turnierverlauf waren übrigens derart viele darstellerische Details versteckt, dass man gar nicht anders konnte, als den Marktbesuch zu kürzen und auch das abschließende zweite Turnier des Tages zu besuchen ...
In der Pause zwischen den (ca. 75-minütigen!) Vorführungen der Ritter der böhmischen Krone fanden wir gerade genug Zeit kurz durch das ausgedehnte Lager zu streifen, mit einigen Bekannten (Birgit, Arduinnas Gefährten) zu plaudern, die Marktgastronomie zu genießen und schließlich noch zur Ausstellung über die Schlacht auf dem Marchfeld, die im Schloss besichtigt werden konnte, zu hetzen. Jener Schlacht, die 1278 auf den Feldern zwischen Jedenspeigen und Dürnkrut stattgefunden hat, die als eine der größten mittelalterlichen Ritterschlachten gilt und der eine sehr große geschichtliche Wirkung zugeschrieben wird. Begründet ihr Ausgang doch den Aufstieg des Hauses Habsburg und beeinflusst unter anderem sehr stark die Geschichte Europas und natürlich auch Österreichs in den folgenden Jahrhunderten bis in die Gegenwart hinein. In der Ausstellung selbst gab es Interessantes über Vorgeschichte und Verlauf des Treffens, das nach wechselvollem Verlauf und mehrfachen Wechsel des Schlachtenglücks schließlich durch einen Angriff aus dem Hinterhalt heraus zugunsten des Habsburgers Rudolf entschieden wurde, zu erfahren. Der unglückliche Ottokar fand auf dem Schlachtfeld, wie viele tausend andere Streiter seines Heeres auch, schlussendlich den Tod und somit alles andere als ein glückliches Ende!
Fest und Abend klangen schlussendlich unter den Mauern des Schlosses mit dem von Torxes erzählten Feuermärchen unter der Begleitung von Rhiannon sehr stimmungsvoll aus.
.....
Ach ja - ehe ich es vergesse: Wie das Turnier nun entschieden wurde, wollt ihr wissen? Zu guter Letzt warf der natürlich edle österreichische Ritter Albert von Salm (vielumjubelt von den Massen, was manchmal schon entfernt an die Stimmung in Fussballstadien erinnerte) den natürlich äußerst unritterlichen rheinländischen Ritter (hinreichend ausgebuht von den Massen) aus dem Sattel in den feinen (und manchmal auch augenreizenden) Staub der Arena! Überraschung? Auf jeden Fall war der Tag für alle gerettet und man konnte sich beruhigt auf die Heimreise machen ...

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